Gomera im Januar 2011: Die lokalen Temperaturen auf den Kanaren - auf meinem Rechner schon Wochen vorher angezeigt - sollten so zwischen 18 und 21 Grad liegen. Dachten wir jedenfalls. Die Realitäten nach dem 20. Januar: Das Wetter kippte und das Thermometer sank auf 8 - 18 Grad.

Januar ist eigentlich eine gute Zeit für Gomera: Wenig Touristen, alles ist grün, ..... aber das Risiko mit Sonne und Regen ist etwas erhöht. Erstaunlich, was man da so alles unterwegs trifft. Doch davon später. Es gibt wenig Sinn zu beschreiben, wo die einzelnen Fotos aufgenommen wurden. Ähnliche Motive findet man auf allen Seiten der Insel.

Ausgangspunkt unserer Unternehmungen eine der schönsten Finkas - das Ibo Alfaro an der NO-Küste von Gomera. Deutsche Hotelführung, ruhige Lage auf halber Hanghöhe.

Im Ort gibt es ein paar Bars - wenig anheimelnd. Gastronomie  ..... nicht gerade einladend. Aber es gibt einen besonders schönen Platz in der Nachbarbucht Catalina. Kleiner Imbiss unter Bäumen wo es gute Gerichte direkt am Strand mit herrlichen Blick auf das Meer gibt.

Lorbeerwald: Wanderschuhe hatten wir dabei. Wenn es nicht gerade regnet, dann kann man auch gut in Turnschuhen gehen. Bei Regen und auch mindestens einen Tag danach sind die Wanderwege in den Lorbeerwäldern allerdings nicht gerade zu empfehlen - schlammig und Rutschgefahr. Die Wandersteige in den Küstenregionen können allerdings sehr steinig ausfallen, da ist dann festes Schuhwerk gerade richtig.

Unterwegs findet man kaum Möglichkeiten zu einer Einkehr - also weit ab vom Hüttenkomfort der bayerischen oder tiroler Berg- und Almhütten.

Mietwagen gibt es vor Ort ab 21 €. Je kleiner, desto einfacher auf engen Bergstrassen und Pisten mit begrenzter Ausweichmöglichkeit.

 

Piste zur Ermita St. Clara im Norden der Insel. Dabei hat man aus Katalogen bekannten schönen Blicke auf die Steilküste und das Meer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Friedhof westlich von Playa Santiago. Es lohnt auf jeden Fall diese sehr schön angelegten Friedhöfe zu besuchen. Wissenswert: Die Bestattung ist für die Familien kostenlos, da die gemeinden dafür aufkommen.

Etwa 3 km nördlich von Alajero führt eine schmale Asphaltstrasse Richtung Küste und endet dann dann hinter einer kleinen Bergkuppe. Und steht ein blaues Schild mit folgendem Text:

“Nur noch 80 m in eine andere Welt. Leben in Einklang mit der Natur. Ein Ort der Harmonie und Kreativität - Abschalten und die Seele baumeln lassen Bei Kräutertee - Kaktusschnaps - Kaktussuppe. Willkommen beim EREMIT”.

Nun ja, da waren wir ja sehr skeptisch: Sekte, Spinner, altgeworderner 68-er oder religiös abgetretener Aussteiger?.

Aber kostet ja nichts, mal nach dem rechten zu sehen. Also hin. Aus einem zugewachsenem Gebüsch ragt etwas Wellblech, eingefallenes Dach und Gemäuer heraus. War wohl nichts! Na na, wenn schon hier, schauen wir mal um die Ecke. Und da ein echt kleines Idyll zwischen Palmen und Kakteen in traumhafter Lage und Blick aus Meer. Und wir sind nicht die Einzigen. Zwei Wanderer aus Holland - Umrundung der Insel zu Fuß - sitzen schon da. Und es gibt Suppe mit Kaktusstreifen. Sieht so lecker aus, dass ich auch gleich zuschlage. Dann noch Kaktusschnapps .... Ein gestandener Deutscher, seit 17 Jahren schon dort. “Wer kommt denn hier vorbei?” so meine Frage. Heute auf jeden Fall schon 4 Personen, dann auch mal eine Woche niemand.

Oben: Blick aus der Lodge des EREMITEN.

Das Tal von Valle Gran Ray

 

 

 

 

 

 

Steilufer bei Playa de Vueltas / Valle Gran Ray

Oberhalb von Hermigua im Norden von Gomera - Blick auf die Playa de La Caleta. Im Hintergrund die Insel Teneriffa

Eine kleine Fahrstraße führt hinunter zum Strand - wohl geeignet, sich die Füße anzufeuchten. Aber es gibt da ein kleines Restaurant unter Bäumen. Die letzten Meter hinunter hat der Eigentümer wunderschöne Terrassen angelegt und mit Pflanzen und Kakteen aller Art bepflanzt.

Und man hat Aussicht auf die gewaltige Brandung in der Bucht.

Auf halber Höhe beim Abstieg zur Playa de La Caleta beginnt ein gesicherter Steig Richtung Punta de Lorenzo. Hin und zurück etwa 1,5 Stunden Wanderung

Die Piste über El Morato nach Osten zur Hauptstrasse nach San Sebastian ist etwa 15 km lang. Das Navi ließ sich auf das Ziel programmieren, war auch noch den ersten Kilometer bei der Sache, bekam dann anscheinend doch “kalte Füße” und fing an zu jammern “bitte  wenden, bitte wenden, bitte wenden ..”. Nach 5 km war dann tatsächlich Schluss. Auf dem weißen Schild nach rechts oben stand in Spanisch - aber auch für den nicht Sprachkundigen verständlich - dass die Strasse nicht mehr passierbar sei. Es fehlten noch etwa 300 Hm, vermutlich hatte der Regen da ein Stück weggespült.

 

Also Wagen geparkt und zu Fuß weiter nach links Richtung El Palmar durch eine wunderschöne Landschaft. Auch hier, nach 30 Minuten Wanderung zu Fuß war der Weg zu Ende.

Die hier erwähnten Namen erwecken den Eindruck, es handele sich um Ortschaften. Ist nicht korrekt: Meistens sind es nur 1 oder 2 Gehöfte. Und dann auch noch oft verfallen bzw. unbewohnt. Dies sollte man wissen, wenn mann die Landkarten von Gomera als Basis für Wanderungen heranzieht. Also nichts mit gemütlicher Einkehr auf einer Almwirtschaft.

Die “Siedlung” El Palmar

Am Ortende von Arure gibt es in einem alten Schuppen Weine von der Insel Gomera zu kaufen. Aus kleinen Gläschen kann man probieren - roten und weißen Wein. Wir waren jedoch auf der Suche nach einem speziellen Süßwein - stand in einem der Reiseführer. Also fragen wir danach und,  die Frau holt eine Flasche ohne Etikett aus dem Kühlschrank und schenkt ein. Es ist ein süßer Muskat. Zwar nicht vergleichbar mit dem Samos aus Griechenland aber ..... wir nehmen ein Flasche mit. Auch ohne Etikette. wahrscheinlich ist die Ernte so gering, dass das Drucken der Etiketten schon zu teuer ist.

 

 

 

 

 

 

 

Der Regen hat etwas nachgelassen. Ein Ausflug in den Lorbeerwald: Viel Grün und Bäume

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aufstieg zum höchsten Berg der Insel: dem Garajonay - 1487 m. Rundumsicht und zwei Minuten später ist alles im Nebel.

Castillo del Mar - seit 2 Jahren geschlossen - da scheint die ganze spanische Bürokratie und Korruption ....  aktiv gegen etwas zu sein. Auf der Website gibt es schöne Fotos und Videos über die Geschichte und den Kulturbetrieb des Castello zu sehen.

Aus der Website vom Casrillo del Mar zitiert:

 

Wir wollen uns vor Gericht notfalls bis hin zum Europäischen Gerichtshof - gegen die Willkür der Behörden zur Wehr setzen, die unser  historisches Bauwerk, eine weit über die Grenzen unserer Insel hinaus  bekannte Institution, widerrechtlich stillgelegt haben.

Seit Juli 2001 beantragt das Castillo del Mar bei der Küstenregierung die Konzession für den Betrieb eines Museums und einer Galerie für  kulturelle Veranstaltungen. Trotz Einreichung aller geforderten Unterlagen und genehmigter  Projekte wurde ihm bis heute €- Ende 2010 €- die Konzession nicht erteilt.

Nach dem Ausfall des dritten kostspieligen Stromaggregats ist der  Betrieb, bis dahin ausschließlich aus privaten finanziellen Mitteln  finanziert, unmöglich geworden. Mehr als 20.000 Unterschriften für die  Wiedereröffnung sind gesammelt worden.

Wie kann ein Küstenamt so viel Macht besitzen, sich so gegen die Interessen einer Insel zu stellen?

Noch ein letzter Tag an der Playa de La Caleta

Der Teide im Abendlicht