Auf unserer Fahrt durch die Regionen Ploisti, Transsilvanien / Siebenbürgen, Süd-Bukowina, Maramuresch, ...  waren nur wenige Städte sehenswert. Die Neubauten aus soz. Zeit kann man vergessen - man kann es höchstens einmal mehr als Zeichen auch der gestalterischen und kulturellen Unfähigkeit des Systems abhaken. Sehenswert sind nur die Altstadtkerne - hier wird derzeit sehr viel saniert - der siebenbürgener Städte Kronstadt, Klausenburg, Hermannstadt und einige weitere kleinerer Orte.

Aus dem Reisebericht

Brasov, die siebenbürgische Großstadt (Kronstadt) ist heute eines der wichtigsten kulturellen und wirtschaftlichen Zentren Rumäniens, aber auch Ausgangspunkt u.a. zu den vielen altsächsischen Kirchenburgen.

Beeindruckend der Blick von oben auf die Altstadt-tief herabgezogene Dächer, Laubengänge und Gaubenfenster…

Wir stoßen noch auf einen anderen Deutschen, ein jüngeren, der sicher nichts mit den Siebenbürgen Sachsen zu tun hat, von denen er meint, es gäbe keine mehr vor Ort. Er hat sich eine edle Pension hingesetzt, die wir uns zeigen lassen. Wir sprechen die teueren Autos an, die wir gesehen haben, er spricht nicht von Zap zarap wie der andere Deutsche, eher von Korruption und ähnlichem .

In Erinnerung bleibt vor allem die 1385 erbaute evangelische Schwarze Kirche, angeblich die größte gotische evangelische Kirche zwischen Wien und dem Orient. An der Kirche Aushänge in deutscher Sprache, Aufgebote, Taufen usw. Also gibt es schon noch auch Deutsche vor Ort.

Später erfahren wir, was es mit der Sammlung orientalischer Teppiche zu tun hat, die wir in der Kirche sahen. Die Protestanten nutzten sie nach der Reformation als Schmuck für die nüchtern weißen Wände der Kirche. In Harman (Honigberg) wurde es uns erklärt.

 

...... Essen am Abend im Gasthaus Hirscherhaus. Einst war es Unterkunft und Treffpunkt vermutlich auch von Kaufleuten. An den Wänden sind noch sind die Bezeichnungen der Zünfte zu lesen.

 

Hermannstadt

Schäßburg  -  Sighisoara

Aus dem Reisebericht:

Weiter in Richtung Süden. Nahziel Sighisoara / Schäßburg. Es sind nur reichlich 50 km zu fahren.

In Schäßburg essen wir erst mal was - ich eine Suppe, voller Vorsicht ausgewählt, damit ich nicht noch mal an die Kuttelsuppe gerate.

Der Ort ist wunderschön - man stuft das alte Zentrum im Allgemeinen  als vollständigsten mittelalterlichen Architektur-komplex Rumäniens ein, als eine der schönsten bewohnten Burgen Europas. Seit dem 12. Jhd. Sachsen-Siedlung, sechste in der Reihe der sieben Burgen Siebenbürgens. Burgberg, Turmaufstieg (große barocke Figuren), unten wird renoviert, Kopfsteinpflaster gelegt, Klosterkirche –Schule, Kindergeschrei-Geburtsort von Hermann Oberth, einem der Raumfahrt-Pioniere. Eine Straße, ein Platz  nach ihm benannt. Ein paar amerikanische Touristen. Finden unser kleines Auto auch wieder – ganz brav am Straßenrand, obwohl Zigeuner umeinander strichen.

 

 

Endlich Sibiu-Hermannstadt

Es ist erst einmal schwierig, ein Quartier zu finden, das sich einigermaßen gut anfahren lässt.

Die Stadt hat eine Art Ringverkehr und wir sind zu weit außen reingefahren. Finden zwar eine kleine Pension, ein kleines Zimmerchen, ein kleines Bad- sehr bescheiden, haben das Auto auch fast in Sichtweite abgestellt, brauchen aber mindestens 20 Minuten, um es vor die Pension zu bekommen .In der Zwischenzeit frage ich dann noch bei einem Hotel, das viel zu teuer ist, nach- frage bei einem anderen Hotel, das ausgebucht ist, dessen Angestellte allerdings sehr nett und eifrig uns andere Möglichkeiten zeigt, für den Fall, dass wir nicht zurückfinden. G. schafft  es aber doch…

Stellen die Sachen ab und machen uns auf den Weg in die Altstadt, wir wohnen direkt an der Burg.

„Kleiner Ring“ mit Luxemburg Haus, Apothekenmuseum, Altem Ratsturm und der Lügenbrücke-„Großer Ring“ mit seinen zum Jubeljahr frisch hergerichteten Fronten –hier wird wirklich so etwas wie Habsburger Flair spürbar. Schade, dass es so kalt ist- da friert man richtig, wenn man den Brunnen auf dem großen Platz sieht. Das Brukenthal-Museum schließt gerade.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Abend in einem schönen Weinkeller, Kaffee getrunken und Torte gegessen hatten wir schon vorher. War mal wieder richtig schön, so ein bisschen zivilisierter.

Wein, eine Hermannstädter Käseplatte, Salate…

Zurück in die winzige Kammer- konnten aber recht gut schlafen.

 

  ©  Guenter Knoblauch