Georgien - Tiflis - 01
Georgien - Tiflis - 02
Georgien - Tiflis - 03
Georgien - Tiflis - 04
Georgien - Tiflis - 05
Georgien - Tiflis - 06
Georgien - Tiflis - 07
Georgien - Tiflis - 08
Georgien - Tiflis - 10
Georgien - Tiflis - 11
Georgien - Tiflis - 14

Der Mietwagen steht pünktlich um 8:00 Uhr vor der Tür. Außen recht verdreckt (es habe nachts ja geregnet und .... ) und innen auch !? Na ja, da hat es anscheinend auch hinein geregnet. Letzte Fragen nach der Strecke nach Dawid Gareja, dann fahren wir los. Wir hatten schon festgestellt, dass es in der Stadt praktisch keine Richtungsschilder gab. Deshalb Handy eingeschaltet und Google Maps (Offline-Karte) gestartet. Am zweiten Kreisverkehr zeigte es nach “rechts” und wir folgten. Doch bald wurde klar: Die Richtung stimmte nicht. Nach 2 km gewendet und zum Kreisverkehr zurück und gleich erste Ausfahrt (keine Richtungsschilder). Dann paßte alles - das Navi leitete uns

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Wir  passieren zum Teil noch bewohnte, aber sehr runtergekommene Plattenbauten aus den alten Zeiten, kommen in Gardabani an einem großen Kraftwerk vorbei und sehen Ortschilder wie Freudental, Traubental und Hoffnungstal, die darauf hinweisen, dass sich hier im 19. Jahrhundert Deutsche(Schwaben) ansiedeln konnten. Ihre Siedlungen setzten andere Standards- sie pflasterten Straßen, bauten sich feste Häuser, Kirchen und Schulen. Nach der Vertreibung durch Stalin und der späteren Rehabilitierung kehrten  nur wenige zurück, den meisten von ihnen gelang es, sich in Kaschastan oder Sibirien neue Existenzen aufzubauen.

Die Straße wurde schlechter, sie wurde schmaler, das Navi kündigt an: “links abbiegen”. Nein, das konnte es nicht sein. Doch dann entdecken wir ein verwittertes Schild:

 

 

 

Monastery David Gareja

David Gareja  - 01
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Dawid Garedscha
Georgien - Sighnaghi  - 01

Die “Hauptstraße im alten Stadtteil von Sighnaghi. Wir haben nach mehreren Anläufen unser Ziel erreicht und unternehmen einen Spaziergang bzw. suchen ein Restaurant.

Georgien - Nekresii  - 01
Georgien - Nekresii  - 03
Georgien - Nekresii  - 02

Die Kirche Nekresi

Die Kirche Nekresi

Georgien - Gremi  - 01

Die Kirchemburg Gremi

Georgien - Gremi  - 06

Über Akhmeta und Tianeti geht es nach Ananuri - davon 20 km über die Berge (Foto)

Ananuri  - 01

Der Stausee  von Zhinvali hat Niedriegwasser - enttäuschend das Panoramo (das Foto “lügt”)

Stepanzminda - Georgien - 04

Gudauri - das Wintersportzentrum von Georgien im Kaukasus. Neue Hotels neben Ruinen aus vergangenen Jahren und aller Müll bleibt liegen.

Stepanzminda - Georgien - 07

Es hatte vor 3 Tagen einen Schneeeinbruch bis unter 2.000 m gegeben.

Stepanzminda - Georgien - 08

Die Passhöhe : 2.379 m

Stepanzminda  - 01

Die Ortschaft Gergeti mit der Kirche Tsminda Sameba (in jedem Werbeprospekt) und dem Kazbek - 5.033 m

Weitere Fotos von Stepanzminda und Sameba: Auf das Foto klicken

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Geplant waren zwei Volle Tage hier in den Bergen und Stepanzminda. Wir finden, der eine Nachmittag reicht. Deshalb geht es am nächsten Tag zurück über Ananuri nach Mtskheta.

In der Mitte unser Quartier das Deako-Guesthouse

Verabschiedung von unseren sehr freundlichem Gastgeber.
Wir haben in der Tüte: 1 Flasche Roten, Weißen, Browser und eine Flasche Mineralwasser (dachten wir) als Abschiedsgeschenk erhalten.

Wir hatten Georgien schon auf unserer Liste, als es noch nicht der Hype war. Da sollte es einige alte Kirchen geben und - so hofften wir - noch von der chinesischen Touristeninvasion verschont sein. Dass das Straßennetz besonders schlecht sein sollte hörten und lasen wir in allen Reiseführern. Karten fürs Navi gab es auch keine - es wurde auf Google Maps verwiesen. Essen und Trinken: Es sollte gute Weine geben und die georgische Küche wurde auch gelobt. Sprache auch noch überall Russisch. Mit diesem Wissen waren wir also gut vorbereitet.

Blick aus dem Fenster

Schöne alte Bauweise - heute einfache Herberge mit Mehrbettzimmern

Auf der Festun Narikala. Rechts der Mitte: GLINTWEIN - der deutsche Glühwein hat es schon bis hierher geschafft

Freitag, 3. Mai 2019  - 2. Tag

Ankunft in Tbilisi gegen 4 Uhr georgischer Zeit. Die Passkontrolle braucht einige Zeit,   Günter tauscht erst einmal Geld für die ersten Tage. Die Fahrt durch die Stadt im Dunkeln ist nicht sehr aussagekräftig, wir sind müde und freuen uns gewissermaßen auf die Unterkunft, die im ersten Moment auch etwas schräg wirkt. Uns steht ein Apartment zur Verfügung mit großem Wohnzimmer, Schlafzimmer und Bad, das den Eindruck macht, als sei es eben erst auch benutzt worden. Aber man lebt sich schnell ein, nur die chinesische Toilette braucht hin und wieder Wasser aus einem Eimerchen. Um 10 Uhr Ortszeit machen wir uns dann auf den Weg zum Autoverleiher. Im Nachhinein gesehen wohnen wir wirklich sehr zentral, nur an den Zustand der Straßen und dem einiger Häuser müssen wir uns erst gewöhnen. Der Zerfall alter Bausubstanz ist in vielen Stadtteilen zu sehen. Einer der Gründe ist auf jeden Fall das Erdbeben von 2002 sowie die in der Sowjetzeit erfolgten Eindämmung der Kura (Mtkvari), des Flusses der durch die Stadt fließt. So soll in vielen Kellern alter Häuser Grundwasser stehen- wir haben Häuser gesehen, die, obwohl sie einfach schief da standen, noch bewohnt waren. 

Der Autoverleih ist schnell gefunden- hier geht es über Englisch. Termin der Übergabe und Austausch der Daten zwecks Information für den Tag der Übergabe.

Wir laufen in die Innenstadt-überall sind russische Touristen, aber erst einmal muss nun auch mal was gegessen werden.

 

Wir sind müde und legen eine Pause ein. Haben Probleme, unsere Unterkunft zu finden. Günter hatte die Straße (Asatianistrasse) fotografiert und konnte aufgrund eines Baumes feststellen, dass wir vor der richtigen Tür mit der Nummer vier Einlass begehrten. Allerdings blieb da alles verschlossen. Erst eine junge Frau in adretter weißer Bluse konnte uns drauf hinweisen, dass wir es mit der Stahltür daneben versuchen sollten.

Am Abend noch einmal runter zum Meidan Platz auf der Suche nach einem Restaurant, geraten da aber in die Gassen, die ausschließlich für den Touristen ausgestattet sind - mit hübschen, aber teuren Restaurants und landen dann in einem Lokal, wo alles nur 13 Lari (reichlich 4 Euro) kostet.

Unser Vermieter, der sich durch die Arbeit am eigenen Weinberg in Kachetien die Knie ruiniert hat, ist ein sehr netter Mann, der sich gern mit uns unterhält (Russisch) und mit dem wir viel Gemeinsames herausfinden. So hatten wir vor knapp 60 Jahren - noch als Studenten in der DDR - des Öfteren auch sowjetische Gruppen als Reiseleiter begleitet. Darunter war auch eine aus Grusinien stammende Gruppe, der Günter einmal beim Verkauf einiger Flaschen Kognak helfen musste -so konnten sie, die ja auch nur einen ganz geringen Betrag eintauschen durften, zu Geld kommen. Und auch das war bei unserem Gastgeber der Fall gewesen - er war einst auch so gereist.

Und aus den Gesprächen ergab sich, dass seine Frau auch gerade erst in Paris gewesen war - so wie wir. Er spricht mit Begeisterung von Sakaschwili, der nach den Kriegen  die Russen  eingeladen hatte, wieder ins Land zu kommen - als Touristen. Die waren vermutlich durch die entsprechende Propaganda erst einmal zurückhaltender und auch ängstlicher gewesen.

Samstag, 4. Mai - 3.Tag

Spätes Aufstehen - es regnet eh. Ein kurzes Frühstück in einem Cafe - ein aufgebackener Sandwich und ein heißes Getränk, dann geht es zum Meidan, wo die ersten Busse (Hope on-hope off) auf Gäste warten. Der Meidan war einst im alten Tbilisi der bedeutendste Basar. Aus den umgebenden Stadtteilen mündeten enge Gassen auf den Platz und so ist er heute noch der wohl bequemste Ausgangspunkt für einen Spazier- und Erkundungsgang. Wir haben Glück und können auf dem Oberdeck die ersten vorderen Plätze einnehmen, die uns eine ungehinderte Sicht garantieren. Es gilt zu warten, die Uborka (das Reinemachen) läuft noch. Wir beobachten den Kreisverkehr  am Platz - man fährt langsam und durchaus auch behutsam. Die Stadtrundfahrt gibt uns einen Überblick - die russischen Erklärungen sind sehr gut zu verstehen, der Plan zur Stadtrundfahrt wird uns dann an  den letzten Tagen Hilfe sein beim Laufen  durch die Stadt. In den Wartepausen kommt dann immer wieder die Melodie von „Suliko“ über die Kopfhörer.

 

Der Regen hat aufgehört, wir laufen hoch zur Festung Narikala. Ein Hund liegt quer auf dem Weg, was die Leute aber nicht stört - er hat bis jetzt wohl auch noch nichts Negatives erlebt. Die Sonne scheint, wir schauen auf den Botanischen Garten, laufen an den Buden mit den üblichen Angeboten vorbei.

Wir gehen zu den Schwefelbädern. Im persischen Stil gehalten, sieht man von diesen Bädern in der Regel nicht mehr als die Eingänge und Lichtkuppeln. Besonders fotogen: das Orbeliani-Bad, auch das „Bunte“ genannt, wegen seiner im orientalischen Stil gehaltenen Fassade aus farbenfrohen Mosaiken zu beiden Seiten des Einganges. Dieses Bad ist auch das einzige, das – einer Moschee ähnlich - nicht nur eine Kuppel zeigt, sondern in mehreren Etagen den Bäderplatz nach Westen begrenzt. Wir haben im Iran viele Bäder besichtigen können und dadurch auch eine Vorstellung von der früheren Schönheit auch der Bäder in Tbilisi.   Viele berühmte Tbilisi-Besucher wie Duma, Tolstoi und Puschkin konnten noch die einstige Pracht bewundern.

Wir finden ein wirklich schönes Restaurant am Hang und es findet sich für jeden von uns das Richtige. Salate, überbackene Pilze, Risotto, eine italienische Nachspeise, Cappucino…) Wir kehren erst einmal zurück, die richtige, über den Hof führende Tür, ist offen - eine kleine Siesta ist angesagt.

Unser Quartier liegt in der Tat sehr zentral, so mitten in der Altstadt.  In den Straßen und Gassen in der Gegend gibt es auch Restaurantsund Hotels die auf Arabisch und Farsi einladen, Hinweise auf Halal gibt es überall. Vermutlich sollen damit wohl auch  potentielle Investoren angesprochen werden.

Wir kommen auch immer wieder auf Hin- und Heimweg an Georgiens berühmter Mittelschule Nummer 43 vorbei, die schon 1911 über bequeme Klassenzimmer, eigene Werkstätten und ein Turnhalle verfügte. Finanziert wurde sie von einem armenischen Ölmagnaten, der einer der erfolgreichsten  Geschäftsleute des Russischen Imperiums war. Ebenfalls auf unserem Weg liegt die Sechste autorisierte Schule. In einem historisch und städtebaulich sehr wertvollem Gebäude aus dem Jahre 1903  befindet sich heute eine georgisch-schweizerische Schule, in der neben Georgisch auch Englisch und Deutsch gelehrt werden und ein gegenseitiger Kulturaustausch stattfindet.

Gegen Abend gießt es wieder, das Wasser läuft über die Straßen, füllt die Schlaglöcher, es gibt hier in der nicht restaurierten Altstadt keine Kanalisation.

Nachdem wir bei McDonald noch etwas gegessen haben, sitzen wir am Abend noch mit unserem Gastgeber zusammen. Gestern Abend saßen noch zwei jüngere Russinnen auf dem Sofa, die auf ihren Transfer zum Flughafen warteten. Er hatte ihnen einen Raum vermietet, der vom Wohnzimmer abging und jetzt verstand ich auch, was er meinte, dass da noch zwei kleine Russen wären, die aber eine andere Toilette benutzen würden.   Gestört hat es nicht wirklich, er sagte ja auch mal, dass seine Frau, die erst gegen die Vermietung gewesen sei, jetzt doch ganz froh über die Einkünfte sei, die sie für die Instandhaltung des Hauses am Schwarzen Meer benötigte.  In Kachetien hat er ja auch noch einen Weinberg und sein Wein hat uns schon geschmeckt und später noch tagelang begleitet.

 

Sonntag,  5. Mai - 4. Tag

Stehen zeitig auf, die Sonne scheint.

Noch ein Gespräch mit unserem Gastgeber zum Abschied, dann drückt er mir noch eine Tüte in die Hand mit 3 Weinflaschen und einer Wasserflasche mit dem Hinweis, dass dies alles gut zu trinken sei - vor allem im Fall einer Erkältung. Wir nehmen mit Freuden an, Günter macht noch ein Abschiedsfoto und jetzt gilt es erst einmal, aus der Stadt rauszukommen.

Klick auf das Foto zeigt weitere Fotos und den Bericht zu Sighnaghi.
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Sighnaghi -unsere heutige Destination an der Grenze zwischen dem Inneren und dem Äußeren Kachetien liegt an den Hängen eines Berges, in der Ferne sieht man die schneebedeckten Gipfel des Kaukasus. Die zwei- und dreistöckigen Häuser entlang der engen und verwinkelten Straßen stammen zumeist aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und der Hang, auf dem die Stadt liegt, ist von einer Mauer mit 28 Türmen umgeben. Natürlich wurde in den letzten Jahren auch vieles restauriert und modernisiert,

Montag, der 6. Mai-5.Tag

Uns wird ein sehr reichhaltiges Frühstück geboten. Die nette Vermieterin kennt den großen Unterschied zum französischen Frühstück, ihre Tochter hat einen französischen Ehemann. Es ist immer wieder angenehm, wenn man sich mit Leuten vor Ort unterhalten kann. Heute scheint die Sonne, die Bergkette des Kaukasus noch verschneit, es hatte ja zwischendurch auch wieder geregnet.  Wir ziehen hier noch einmal Geld und sehen, dass die Geldscheine unterschiedlich ausfallen - es sind neuere und ältere Ausgaben dabei. Das hat aber hier  im Gegensatz zu England keinerlei  Bedeutung. Heute war eigentlich die Übernachtung an einem Stausee eingeplant, aber es kam dann doch anders. Wir fahren durch Gurjaani, ein Städtchen, umgeben von Gärten und Rebstöcken. Hier gibt es auch hilfreiche Verkehrshinweise/ -schilder - ganz anders als gestern im Umfeld von Tblisi.

Wir erreichen Kvareli, das als Ausgangspunkt für Ausflüge nach Gremi und Nekresi  gilt. Zum Kloster Nekresi fährt ein Bus, wir warten im Schatten, keiner drängelt beim Einsteigen. Es ist heiß. Im Kloster Besichtigung.

 

Gremi, einst Hauptstadt Kachetiens, eine Stadt zu Füßen des Großen Kaukasus. Die über der Stadt thronende Festung wirkt sehr malerisch inmitten der Bergwelt. Die Ruinen des Königspalastes, der mit einem Glockenturm überdachte Turm  der kleinen Kirche und das Grün der Bäume…  Wer die Mühe nicht scheut, den Turm zu ersteigen, wird mit einem wunderschönen Rundblick auf die Berge, Täler und Ebenen Kachetiens entschädigt. In Erinnerung bleibt auch noch der Toilettenstuhl, der alte, der einst verwendet wurde. Das ausgeschilderte Cafe neben dem Aufstieg zur Festung war dann doch keines, allerdings kann Günter wenig später geschmacklich sehr gute Erdbeeren kaufen. Sie werden in Schälchen angeboten,  nach dem Verkauf in Plastiktüten umgefüllt, so kann man die Schälchen wieder verwenden. Wir fahren jetzt an Ortschaften vorbei, die im  Reiseführer keine Erwähnung finden. Freude kommt auf ob der kleinen Stücke asphaltierten Straße zwischen Tianeti und Boldavi - der Rest etwa 80 % sind Schlamm und Piste) , nunmehr schon 1479 m hoch. Diese Straße wurde als Projekt 2017 angefangen. Erstaunlich auch der deutsche Hinweis auf Steinschlag. Wir fragen uns von wo?

Gegen 18 Uhr erreichen wir Ananuri. Die Fotos mit dem Zhinvali-Stausee hatten falsche Hoffnungen auf eine Übernachtungsmöglichkeit geweckt. Es schien alles zu nah am See gelegen und zu feucht zu sein. Wir fahren weiter - das große Suchen beginnt. Die Straße ist gut, es herrscht kaum Verkehr. Wir sind jetzt schon auf der Georgischen Heeresstraße. Die Berge rechts und links der Trasse gewinnen mit jedem Kilometer an Höhe. Eine Stunde später passieren wir ein Hotel am Rande der Straße, das Günter schon daheim in der engeren Auswahl hatte, wobei zu betonen wäre, dass das Angebot auch überschaubar ist. Das Hotel „Kakhaberi“ überrascht auch mit einem guten Abendbrot mit Käse, Kartoffeln und Rotwein. 

 Wir haben mittlerweile auch entdeckt, dass in der Wasserflasche, dem Geschenk unseres Vermieters in Tblisi ein durchaus guter Obstler ist. 

229 km waren wir heute unterwegs.

Dienstag, 7. Mai - 6. Tag

Fahren durch viele kleine Ortschaften, sehen überall Werbung für Löwenbräu, sehen das Bayrische Blau-weiß in einigen kleinen Restaurants. Kommen durch Pasanauri. Die reizvolle Landschaft, die belebende Gebirgsluft und die zahlreichen Mineralquellen haben Pasanauri einst zu einem der beliebtesten subalpinen Urlaubsorte im zentralen Kaukasus werden lassen. Davon ist heute nur wenig zu spüren, viele Häuser sind verlassen. Es gibt aber einige Hotels im Ort. Weiter führt die Straße hinauf in Richtung des Passes. Rechts von uns reiht sich ein Sattelzug an den nächsten. Der serpentinenreichen und stets auch an einigen Stellen im Bau befindlichen Straße wird hier mit Blockabfertigung gearbeitet. Zudem hatte es  noch einmal geschneit und die geräumte Straße lässt nur bedingt Gegenverkehr zu. Der letzte große Ort vor dem Aufstieg der Straße zum Kreuzpass ist Mleti (1556 Meter). Hinter dem Ortsausgang von Mleti steigen die Berge zu beiden Seiten des Gud-Tales steil in die Höhe. Fast 1000 Höhenmeter sind es noch bis zum Kreuzpass. Von 1857 bis 1863 erfolgte der intensive Ausbau dieser Wegstecke. In 18 Serpentinen windet sich die Trasse bergan, bevor sie das auf einer Hochebene gelegene Dorf Gudauri (2196 m) erreicht. Heute ist der Ort eines der  Skisportzentren in Georgien - einfachere Hotels, Pensionen und ein Vier-Sterne Hotel, die nicht unbedingt angepasst wirken, daneben viele Investitionsruinen, Verfallenes, was nicht abgerissen wird bzw. wurde. Der Schnee im Winter tut das Seine und deckt vieles zu, auf uns wirkt alles nicht sonderlich anziehend.

 

 

Weiter geht es in Richtung des Kreuzpasses entlang der südwestlichen Hänge des Bergrückens. Linker Hand gelangt man zu einer Aussichtsplattform, die von einer halbrunden Mosaikwand gerahmt ist. Errichtet wurde das Völkerfreundschaftsdenkmal 1983 anläßlich des 200. Jahrestages des Anschlusses Georgiens an Russland. Es trägt ja auch  die Handschrift der alten Sowjetunion.  Aber das Panorama, das sich hier bietet, ist einzigartig.

Noch einige Meter und der Kreuzpass ist in  2395 m Höhe erreicht.

Die Straße war zum Glück schon wieder  geräumt, sie ist ja auch die einzige Verbindung zwischen Russland und Georgien/Armenien  – die Route entlang des Schwarzen Meeres ist  durch Abchasien nicht mehr so durchgängig, wie sie es einst war. Jenseits des Passes geht es wieder in scharfen Kurven  in die für ihre Steinschläge und Lawinen berüchtigte Bajdur-Schlucht. Die erste Ortschaft auf der Nordseite des Passes ist Kobi. Am Rande des nächsten Ortes ein Wehrturm und eine Basilika,  aus dem 10. Jdh. Von Arsha aus biegen wir in das Sno-Tal, kommen aber nicht weiter als bis kurz hinter Sno, an den Wegen wird gearbeitet, die Strecke ist noch gesperrt.  Im Ort befindet sich  eine kleine Burgruine mit einem  restaurierten Wehrturm aus dem 16. Jahrhundert. Erstes Grün auf den Wiesen am Fluss - ein paar Wochen später blüht hier sicher alles.

Wir fahren  kurz durch den Ort und wundern uns über die von Haus zu Haus führenden in Haushöhe stehenden Gasleitungen, deren Zählerkästen frei zugängig sind. Ich frage eine ältere Frau, die das auch  nicht für sinnvoll hält, aber wir sehen Ähnliches später sogar auch in Tblisi - nur da leuchten die Leitungen nicht mehr in frischem Gelb wie in Sno.

 

Ein paar Kilometer noch und wir haben  Stepantsminda (Kazbegi) erreicht. Der Ort liegt 1700 m über dem Meeresspiegel. Ziel aller Touristen vor Ort ist die Gergetier Dreifaltigkeitskirche, ein georgisch-othodoxer Kirchenkomplex auf 2 170 m Höhe. Das Foto der Anlage mit dem schneebedeckten Kazbeg (5047 m) im Hintergrund findet sich vermutlich auf dem Deckblatt nahezu jedes Reiseführers. Wir suchen uns erst einmal ein Hotel - das Mount Inn hat Günter schon im Internet gesehen. Natürlich ist ein Zimmer frei.

 

Unterwegs waren wir heute 110 km.