Lykische Küste -Titel

Fotos  &  Bericht einer Reise im Oktober / November 2013 entlang der Lykischen Küste

25.10.2014

Antalya, langes Warten aufs Gepäck, Durchfragen bis zum Standort der Mietwagenfirmen, die am Domestic Airport zu finden sind. Problemlose Übergabe eines weißen Fiat Punto   Günter hat die von ihm gebuchte Pension ins Navi eingegeben  - hilfreich ist das Navi schon bei Fahren durch die Stadt. Nur das letzte Stück in der Altstadt selbst kann nur durch Befragung der Einheimischen bewältigt werden.

26.10.2014

Unser nächstes Ziel ist Kemeres ist schon wieder richtig heiß. Wir parken in Höhe der Marina. Die Hotelanlagen sind uns ja bekannt  - im Moonlight Garden  suchen wir uns ein Restaurant. Hat alles nichts mehr mit türkischer Küche zu tun. Nach wie vor sind alle Informationen und Speisekarten in erster Linie in Russisch gehalten. Wir fahren dann noch mal durch den Ort auf der Suche nach den Unterkünften von einst und werden in der Tat fündig. Unser Ziel für  heute wird Finike werden, aber erst genießen wir die Ausgrabungen von Phaselis, 12 km südlich von Kemer.

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„Ein Besuch der am Meer gelegenen Ruinenstadt Phaselis ist allein schon deshalb empfehlenswert, weil sich hier antike Kultur mit der Gelegenheit zu einem Bad vor idyllischer Kulisse verbindet“.

Die alte Stadtanlage ist zum Teil noch recht gut erhalten, allerdings fehlt  wie immer der Hinweis darauf, wie das gemeine Volk zu leben pflegte. Es gibt auch wirklich einen kleinen  feinen Strand , der nur von einer Handvoll Leute genutzt wird.

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Dem Reiseführer vertrauend versuchen wir es mit dem Dorf Cirali, das „sich inzwischen zu einem Urlaubsdorf mit zahlreichen kleinen familiär betriebenen Pensionen“ entwickelt haben soll – mit frei laufenden Hühner und Ziegen und teils alten Dorfhäusern. In der Umgebung lockt das Naturschauspiel der „brennenden Steine von Yanartas“ (das erinnert an Nepal/Muktinat). Wir fahren die Dorfstraße entlang, versuchen es in zwei kleinen Hotels, die allesamt sehr bescheidene Zimmer zu erheblichen Preisen anzubieten hatten. Die Häuser lagen in Zitronen- und Apfelsinenhainen, was recht malerisch wirkte, allerdings auch die Sonne verbannte. Also fahren wir weiter.

Und taten gut daran. Wir kommen durch Kumluca, den Obst- und Gemüsegarten Antalyas. Die gesamte Ebene ist mit Gewächshäusern überzogen, der Ort an sich ist uninteressant für den Tourismus, man sieht viele neue Häuser - dh. der Anbau von Obst und Gemüse bringt einen gewissen Wohlstand in die Region. Zwischen Kumluca und Finike auf 10 km Länge wieder ein Hotel am anderen.  Das Hotel in Finike , das eine Partnerschaft zur Stadt Mosbach pflegt, wird von einem deutsch sprechenden Eigentümer geführt - wir bekommen das schönste Zimmer weit oben mit einem herrlichen Blick auf die Marina, mit einer Terrasse  und einer sehr gut geführten Küche. So hat sich die Weiterfahrt dann doch gelohnt. Auch Finike wird von dem Lykischen Fernwanderweg gekreuzt.

Sonntag, den  27. 10. 2013

Auch heute scheint wieder die Sonne, in der Nacht war trotz der Beleuchtung in der Marina ein wunderschöner Sternenhimmel zu sehen gewesen. Wir fahren weiter, noch nicht wissend, daß wir auf jeden Fall hier noch einmal vorbeikommen müssen, da Günter  seinen Personalausweis vor Ort gelassen hat und ich meine Jacke, die zum Glück des schönen Wetters gegen nie gebraucht wurde.

Nächstes Ziel ist Limyra, das wir allerdings nicht direkt von der Hauptstraße aus anfahren, was gewisse Probleme bereitet, wir erst einmal wieder in eine Gewächshaussiedlung einbiegen und danach doch einen Einheimischen fragen müssen, der uns vorausfahrend den rechten Weg weisen kann. Hoffentlich musste auch er in unsere Richtung.

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Auf dem Weg nach Arykanda, kommen wir u.a. an einem Friedhof vorbei - mit Grabsteinen und Pflanzen auf dem Grab - ein Friedhof, der sich dann doch von den uns bekannten Stätten im arabischen Raum unterscheidet. Nach Arykanda fährt man in Richtung Elmali über den 1290 m hohen Karamanbeli-Paß –unterwegs kommen wir an Plantagen von Zitrusfrüchten und Granatäpfeln vorbei. Die historisch eher unbedeutende Stadt staffelt sich über vier Terrassen an den Ausläufern des mit 3070 m höchsten Berges  des Gebirgszuges der Beydaglari. Die gesamte auf 700 m Höhe liegende  Anlage ist sehr beeindruckend, man steigt dann noch einmal 140 m nach oben zu Theater und Stadion. Zum Glück sind wie immer auch nur sehr wenige Leute vor Ort, die sich Zeit für das Ganze  nehmen, die Landschaft  genießen.

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Die  neue Straße, die uns nach Ücagiz bringen soll, führt am Fels entlang. Von oben werfen wir einen Blick auf die Insel Kekova. Ausflugsboote, ein paar Yachten… In Ücagiz kommt uns alles sofort bekannt und vertraut vor, da lässt sich im Zentrum nicht viel verändern. Hassan und seine Frau haben uns auch sofort erkannt, vermitteln uns eine Unterkunft, die nicht gerade überwältigend ist, da man auch noch eine leiterähnliche Treppe hochsteigen muß. Nun ja, am Abend sitzen wir halt bei Hassan, immerhin hat er die meisten Gäste, die anderen Lokale arbeiten mehr mit Gruppen.

Der alte Steg für die Yachten vor Hassans Restaurant ist verschwunden  - es liegen jetzt jede Menge Gulets vor Ort.  Das bahnte sich ja vor 8 Jahren schon an, als wir das letzte Mal hier waren. Auch am Abend ziehen Touristen an uns vorbei - zu den Bussen im Zentrum. Eine kleine Schwelle am Boden trennt die Flächen beider Gaststätten - die von Hassan von der von Ibrahim - ein bisschen gehässig beobachten wir die Reaktion der vorüber ziehenden und stolpernden Touris. Eine Art „Versteckte Kamera“… Im Ort selbst gibt es noch den kleinen Supermarkt, den Teppichhändler und den Behinderten - er kommt jetzt nur mit Elektroantrieb moderner vorwärts.

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Dienstag, der 29.10 2013

Genießen ein reichliches und sehr leckeres Frühstück auf der Terrasse, sind fast die Einzigen. Neben Gurken, Tomaten, Oliven wird auch eine warme und total makellose Kartoffel in Öl angeboten. Schmeckt wahnsinnig gut. Die Marina wurde ausgelagert, am Hafen sind meist nur Ausflugsboote zu finden, hin und wieder kommt noch eine Yacht dazu. Dh. der Spaßfaktor - zu zuschauen, wie Skipper ihre Yachten an die Mole "bringen" - ist weggefallen. Günter kann aber mal einen Blick werfen in eine neue Bavaria 50.

Am Hafen laufen die Vorbereitungen zu Feier am Abend. In erstaunlich kurzer Zeit werden die vielen Wimpel aufgehängt, das Podium aufgebaut, die Technik abgestimmt. Stühle standen in der Früh schon. Man hätte nie geglaubt, daß bis zum Abend alles stehen konnte.  Während des Abendessens auf der Terrasse vom Hotel hören und sehen wir teilweise auch das Feuerwerk, das vermutlich auch von privater Hand – aber immerhin abgestimmt - an allen vier Ecken gewissermaßen am Himmel zu bewundern war.

Der Veranstaltung konnten wir nicht so recht folgen. Günter hat dann noch gehört, wie man in der Nacht schon wieder mit dem Abbau der Anlage, der Bestuhlung usw. begonnen hatte. Am Morgen war alles weggeräumt und sauber.

Es ist  fast immer und  fast überall sauber in der Türkei ! Sauberer als bei uns. Es gibt allerdings  auch nicht die Möglichkeit, Fast Food in allen Bereichen bis hin zu Kaffe to go zu kaufen, es gibt auch keine  Zeitungskioske usw. usf. Und die gesellschaftliche Kontrolle scheint nach wie vor noch zu funktionieren. Zudem sind viele Bereiche ebenfalls raucherfrei.

Montag, der 28. 10. 2013

Als erstes fahren wir heute Kas an. Kas hat ja jetzt seine ausgelagerte Marina, da der Hafen von Ausflugsbooten und Tauchschulen belegt ist. Fahren hoch zum Theater, das jetzt zu beiden Seiten ein Art Stützmauer bekommen hat und auf dessen Stufen natürlich nicht mehr jene Frauen zu finden sind, die seinerzeit selbstgebundenes (Ketten) verkauften. Auch Kas hat schönere Straßen und Geschäfte bekommen. Erhalten haben sich - mehr  oder weniger -  noch die alten Straßenzeilen mit  ihren schindelgedeckten griechischen Häusern - sie wurden sicher zwischenzeitlich auch restauriert. Auch die Souveniergasse ist geblieben, was sie einst war. Der Mangel an Touristen macht sie noch schöner. Auch die Post an der Ecke  ist noch da und ich kann ohne Probleme meine vier Briefmarken für Deutschland bekommen. Auch das Restaurant, in dem wir vor 8 Jahren zweimal italienisch gegessen hatten - es gibt es noch.

Günter erkundigt sich nach  Überfahrtsmöglichkeiten zu Meis (Kastel Horizon). Es ist durchaus nicht mehr so teuer wie vor 8 Jahren, allerdings ist uns u.a. die Dauer des Aufenthaltes im Ort dann doch zu lang. Da wir in der Nachsaison sind, ist vermutlich der Schiffsverkehr an sich nicht mehr so rege.  Jetzt geht es aber erst einmal weiter nach Kalkan, wo wir die nächsten 2 Tage bleiben werden. Wie Kas war Kalkan bis Anfang der 1920er Jahre noch von Griechen bewohnt – der Charakter der alten mittlerweile schön renovierten Häuser im Zentrum wurde kaum durch Neubauten zerstört. Inzwischen sind die Olivenhaine um den Ort fast vollständig durch Apartmentanlagen ersetzt worden.

Da die uns bekannten Hotelanlagen mittlerweile schon geschlossen haben, steigen wir bunt bemalte Treppen hoch und fragen im Hotel “Zinbad“ nach einem Zimmer. Wir werden hier und auch später immer die schönsten Zimmer beziehen können der mangelnden Nachfrage wegen. Vom obersten Stockwerk aus bietet sich vom Balkon ein phantastischer Blick aufs Meer. Hier fällt auch zum ersten Mal auf, daß der Personalausweis in Finike geblieben sein muß. Ein Anruf bringt die Bestätigung. Aber Finike liegt ja eh am Rückweg und mein Ausweis und Günters  Ausweiskopie reichen. Wir essen auf der Terrasse - da haben wir vor 8 Jahren auch schon mal gesessen, als wir in der gegenüberliegenden Hotelanlage gewohnt hatten. Ich bekomme zur Suppe gleich 2 Löffel hingelegt - man geht davon aus, daß Günter eventuell mitessen würde. Der junge Kellner   ist ungemein beflissen und   freundlich. Schon vor dem ersten Trinkgeld…

Wir schlendern durch die kleine Stadt, freuen uns ehrlich über die baulichen Veränderungen - es ist alles schöner geworden und zudem auch ruhiger. Vom Balkon aus lässt sich auch der Hafen „kontrollieren“ – wir können ein bisschen Wäsche waschen… Abends nach einem zweiten Stadtbummel ein Abendessen mit Wein - auf der Terrasse des Hotels.

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Mittwoch, der 30. 10.2013

Nach einer herzlichen Verabschiedung und dem Versprechen, dem Hotel eine gute Beurteilung zukommen zu lassen, machen wir uns auf die Weiterfahrt.  Xantos   ist unser   nächstes Ziel.  Xantos, einst mächtigste Stadt Lykiens liegt auf einer Anhöhe direkt an der Küstenstraße. Wir haben Glück, der Ansturm der Besucher setzt erst nach uns ein und wir können in aller Einsamkeit das Gelände erforschen. Günter erkundet auch noch das dem einfachen Besucher eigentlich verbotene Theater. Wie auch bei anderen Theatern hat man das Gefühl, daß irgendwann auch größere Steinbrocken locker werden könnten.

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Für den Weg nach Pydnay wurde uns als wichtigster Punkt der Ort Gavuragili mitgegeben.  Wir fahren wieder durch ein endlos scheinendes Gebiet von Treibhäusern - das erinnert uns an die Suche nach Letoon – vor 8 Jahren.

Wir passieren Letoon, jetzt sind die Wege zwischen den Treibhäusern auch gepflastert und lassen uns weiter weisen. Ein hilfsbereiter Mann gibt uns eine einfache Skizze der Strecke mit all der 6  Abzweigungen, die wir nicht benützen dürfen. So kommen wir erst einmal an das äußere Ende des Strandes von Patara, sehen auch schon die Reste der Mauern von Pydnay, lassen uns von einem Motorradfahrer wieder ein Stück zurück begleiten und fragen dann eine Frau nach dem Weg - wir müssen irgendwo über eine Brücke fahren. Sie ist erstaunlich auskunftsfreudig, trägt ihr Kopftuch nach Art der Bäuerinnen und hat eine echte Freude dran, uns den Weg zu beschreiben. In der Wiederholung wird es auch verständlicher. Links und auch richtig abgebogen fragen wir zur Sicherheit noch zwei Wanderer, die gerade von Pydnay kommen. Der Lykische Weg, der hier verläuft, ist anspruchsvoll - wir laufen ihn dann ein Stück entlang und vor allem durch die hohen Temperaturen noch jetzt an den letzten Oktobertagen auch einfach anstrengend. Wir treffen von der Forststraße kommend nicht gleich den richtigen Weg und brauchen Zeit um ein Tor zu finden in den auf einem 50 m hohen  Hügel liegenden Befestigungsmauern. Klettern ins Innere der Festung. Durch Geröll und Gebüsch.

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Unser heutiges Etappenziel ist Fethiye, das urbane Zentrum der Südwesttürkei.  Fethiye zu besuchen – das bedeutet in ein vertrautes Umfeld zu kommen. Günter kennt den Ort durchs Segeln und auch ich war schon zweimal dort.