Unser heutiges Etappenziel ist Fethiye, das urbane Zentrum der Südwesttürkei.  Fethiye zu besuchen – das bedeutet in ein vertrautes Umfeld zu kommen. Günter kennt den Ort durchs Segeln und auch ich war schon zweimal dort. Wir fahren durch die Vororte der Stadt und sind erstaunt, wie sauber und modern jetzt alles wirkt. Der Altstadtkern ist geblieben, man hat allerdings einen wunderschönen Park angelegt - am Hafenbecken. Mit viel Grün, mit Springbrunnen, die jetzt zum Teil schon abgeschaltet waren. Das Hotel Doruk - es steht noch und Zimmer gibt es natürlich auch. Es ist ein Zimmer, in dem wir unsere  wenigen Sachen wieder mal richtig ausbreiten und neu ordnen können. Wir sind wieder ganz oben untergebracht - haben eine wunderschöne grosse Terrasse mit dem besten Blick auf die Marina. Wir gehen zur Marina, warten auf Julia - und es ist fast wie früher.

Lykische Küste 100
Lykische Küste 102

Donnerstag, den 31.10.2013

Die Nacht war recht kühl, die Wäsche ist im Zimmer trocken geworden.  Es gibt ein tolles Frühstück mit meinem geliebten Menemen, ein ganz feines Rührei mit Zwiebeln, Tomaten und Paprika. Das reichliche Frühstück überall ersetzt zugleich das Mittagessen. Im Hotel hängen Fotos aus alter Zeit - u.a. auch Fethiye noch vor dem Erdbeben.

Wir sind noch mal in der Marina. Es gibt noch einige Leute, die jetzt segeln. Sie haben ja auch wunderschönen Sonnenschein - allerdings ohne Wind.

Wir sind im neueren Teil der Stadt unterwegs - Günter geht zum Friseur - 4 Euro, ich studiere mittlerweile Autozeitschriften, die relativ leicht zu verstehen sind, da man weiß, worum es geht. Die Markthalle und der ganze Bereich drumherum ist  noch wieder zu erkennen. Die Angebote in den kleinen Shops sind hochwertiger denn einst, vor dem Eski Harem (Türkisches Bad) werden Handtücher und Badeutensilien  angeboten.

Lykische Küste 104
Lykische Küste 105
Lykische Küste 106

Freitag, den 1.11.2013

Es geht weiter. Als erstes fahren wir zur Werft, die vor 8 Jahren vor allem dadurch in Erinnerung blieb, daß an einem Holzboot gebaut wurde, das ein Deutscher in Auftrag gegeben hatte. Jetzt hat sich die Werft und die Größe der zu bauenden Boote gleicher maßen erwartungsgemäß verändert.

Heute steht als erstes Tlos auf dem Programm. Diese antike Ruinenstadt kann auf eine mehrtausendjährige Geschichte zurückblicken. Aus dem 19. Jahrhundert ist die blutige Herrschaft des Ali Aga bekannt, durch die sich dann auch die Verwendung von alten Säulenteilen zum Festungsbau erklären lässt. Von oben, von der osmanischen Festung aus, lässt sich das Tal und die Stadtanlage mit den kaiserzeitlichen Monumentalbauten gut überblicken.

Wir trinken vor Ort einen Kaffee und ich kann sogar ganz passable Ansichtskarten erwerben. Danach beginnt wieder eine Irrfahrt zum nächsten Ziel, da wir eben nicht zur Straße zurückkehrten, um von dort aus der  - wenn auch knappen – nach   Ausschilderung nach Sakli Kent zu folgen. Wir versuchten es vom Hinterland  aus und gerieten in ein rein dörfliches Gebiet mit Rinderoffenställen, Weinanbau, Granatäpfelplantagen, Feigenbäumen. Im Ort angekommen, müssen wir noch mal 5 km zurückfahren, um  zur Schlucht zu gelangen.

Lykische Küste 109
Lykische Küste 110
Lykische Küste 111
Lykische Küste 114

Sakli Kent ist heute eines der beliebtesten Ausflugsziele der Region und heißt in der Übersetzung „Verborgene Stadt“. Wir kommen am billigen Parkplatz an, der Wärter gibt uns eine kurze Erklärung mit dem Hinweis, daß uns die ersten   100 m reichen dürften bis hin zur der Stelle, von wo aus man mit Gummischuhen durch die  Schlucht waten kann. Wir gehen also über einen Bretterpfad über den eiskalten Gebirgsbach in die Klamm bis zu einem Teehaus, von wo aus man dann ins Wasser gehen kann.

Von dort aus werden dann auch die Watenden betrachtet, kommentiert, fotografiert. Unterwegs tut ein Fotograf sein Bestes, an einer engen Stelle nimmt er jeden der Vorbeikommenden auf. Und bietet sie natürlich beim Verlassen der Klamm dann auch an. 

Als nächstes geht es nach Pinara, über eine steile Geröllstraße zum „Parkplatz“, der erst Zweifel offen lässt, ob es auch wirklich der im Buch erwähnte Parkplatz ist. Die Stadt liegt auf einem nach drei Seiten durch Steilabfälle geschützten  Plateau, an das sich im Westen der markante, gut 300 m höhere Felsen mit Festung anschließt. Schon bei der Anfahrt fällt die Feslwand auf - durchsiebt mit Hunderten von Felsengräbern, die nur mit hängenden Plattformen in das Gestein geschlagen worden sein können. Zuerst gehen  wir in das in den Hang der Kuppe auf der anderen Talseite eingebaute Theater. Die ganze Anlage ist noch nicht wirklich besucherfreundlich gestaltet - wir sehen allerdings ein junges Mädchen mit Freund, das uns schon in Fethiye  seines sehr kurzen Rockes und der Plateauschuhe wegen aufgefallen ist, ganz zuversichtlich in die Höhe steigen.

Lykische Küste 115
Lykische Küste 116
Lykische Küste 118

Auf dem Weg nach Kas kommen wir am Kaputas Plaj vorbei, einem herrlichen Sand-Kies-Strand unterhalb der Straße. In der Saison werden hier Sonnenschirme verliehen, jetzt war man hier gnadenlos der Sonne ausgeliefert.  Aber sieht dennoch einladend aus  - so aus der  Höhe.

In Kas angekommen ist die Sonne bereist untergegangen und wir suchen im Dunkeln erst einmal in jenem  alten Teil des Ortes nach einer Unterkunft, wo wir vor  8 Jahren übernachtet hatten.  

Da alles geschlossen zu sein scheint, laufen wir jetzt zum neuen Teil, laufen über eine sehr muntere Fußgängerzone mit dem Platz in der Mitte, der jetzt ordentlich gepflastert ist und über den Kinder mit Rädern, Rollern und ähnlichem Gerät sausen. Und fragen an in einem Hotel mit Blick aufs Meer. Schauen uns ein recht dunkles Zimmer an, das eigentlich nur widerwillig und ohne Alternative gezeigt wird und verzichten, gehen nach nebenan, von wo uns schon ein junger Mann vorher recht freundlich gegrüßt hatte und finden dort im Hotel „Nur“ ein helles freundliches Zimmer mit Balkon und Meeresblick. Und einem Lift im Hotel. 

Wir laufen noch durch den Ort, essen eine Kleinigkeit  - mir fällt ein Mädchen auf, das sich bis auf die Unterwäsche ausgezogen hat, um ein Kleid an einem Stand zu probieren. Das wäre ja wohl in Erzurum nicht so gut gegangen…

Samstag, den 2. 11. 2013

Frühstück am Pool - ein Kindertisch in Rot mit vier Stühlchen steht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Türken fotografieren die blonde Zweieinhalbjährige, lassen sich  mit ihr fotografieren. Das Hotel ist wirklich sehr durchdacht eingerichtet, am Pool gibt es eine Art Faulbett mit „Himmel“, eine Möglichkeit allerdings auch für die Katzen des Hauses. Zudem Schließfächer und Handtücher zum Ausleihen.

Wir bummeln in die Altstadt, zur Mole - man spürt das Saisonende, viele kleine Läden sind heute schon geschlossen, Günter sucht das französische Restaurant von einst. Da wird gerade Umzugsgut sortiert und transportiert. Auch hier hat der Besitzer seit jener Zeit vor 8 Jahren - da war es schon für mich ein bisschen enttäuschend - mehrmals gewechselt.

Ein anderes Dachgartenrestaurant existiert nicht mehr. Günter hat es aus seiner Seglerzeit in Erinnerung, damals hatte man dort nicht genügend … Gläser für die Gruppe und mußte erst welche kaufen gehen.

Lykische Küste 119

Sonntag, der 3.11.13

Wir haben uns für eine dritte Übernachtung entschlossen, es ist einfach angenehm. Nach dem sehr ruhigen Frühstück – ein Stadtbummel mit Pausen im Park - bei Kaffe und Bier.

Am Weg zum Hafen finden wir wunderschöne Sträucher. Pflanzen und Bäume deren Namen wir nicht kennen.

Ich kaufe irrtümlich erst einmal die türkische „Zaman“ anstatt der englischen Ausgabe. Wir laufen hinter zum alten Helikopter - Landeplatz, gehen am Abend noch mal in Richtung Theater und Yapi Kredi und essen eine Pizza, wo wir schon mal zu Abend gegessen hatten. Günter probiert ein Glas Granatapfelsaft, der ihm aber zu herb vorkommt, so daß er um Zucker bittet, was der Kellner ungemein lustig findet. In der Ladenstraße werben die Lampions und Lampen – es sieht einfach nett aus, Kundschaft ist aber nur sehr spärlich vertreten. Es ist einfach ruhig geworden. Interessant der Hund, der zu jaulen beginnt, als der Muezzin anhebt. Ich habe mich dann in Finike erkundigt - der Muezzin, er singt wirklich nur auf arabisch.

Lykische Küste 120
Lykische Küste 121
Lykische Küste 123
Lykische Küste 124

Montag, der 4.11.13

Heute nun müssen wir an Abschied denken, das Wetter ist noch immer schön, vielleicht ein bisschen dunstiger, aber trotzdem…es ist jammerschade.

Zuerst müssen wir definitiv Finike ansteuern, um Ausweis und Jacke abzuholen. Zum Glück konnte Günter ja im Ernstfall auch die Kopie vorweisen. Ein Blick in die Marina von Finike - da wird gerade eine Gulet aus dem Wasser gehievt.

Nach Antalya hat Günter sich diesmal für eine neu gebaute Straße durchs Gebirge entscheiden. Am Anfang allerdings klingt nicht so gut, was das Navi pausenlos von sich gibt..wenn möglich bitte wenden, wenn möglich….

Dann aber kommen wir auf eine sehr ordentlich ausgebaute, menschenleere Straßen. Wir kommen an Ortschaften vorbei, die schon halb aufgelassen sind - sehen Hinweise am Straßenrand, daß die Straße über die noch vorhandenen Grundstücke bzw. Häuser führen wird. Hühner weichen nur widerwillig aus. An einer Wasserstelle wird mit einer Aufschrift gefragt, was man heute schon für Allah getan hat. (Bugün Allah icin ne yaptin ?) Die neue Straße führt über einen Paß von reichlich 1200 m – wir können es nur der Wanderkarte zum Lykischen Weg entnehmen. Kommen auch an einem Punkt (Hisar candir) vorbei, wo einer der Teilstrecken des Lykischen Weges beginnt.

Lykische Küste 125
Lykische Küste 126
Lykische Küste 127
Lykische Küste 131
Lykische Küste 137

In Antalya angekommen fragen wir uns wieder durch zum Hotel La Paloma - es ist schlecht ausgeschildert. Günter hatte bei der Abreise seinerzeit nach möglicher Unterkunft und Preisen gefragt. Die junge Frau an der Rezeption spricht deutsch. Das Hotel ist nett, allerdings kommt uns alles doch recht klein vor - Swimmingpool und Garten mit Bar. Das Zimmer ist nett, das  erste Mal kann man auch fernsehen - das 1. Programm  - wir realisieren den  Zeitunterschied. Es ist nicht wirklich interessant. 

Gegenüber unserem Zimmer liegt ein Cafe - das Insaat Cafe, in dem in der Tat bis nach Mitternacht geschwätzt wird. Wir finden auch in Antalya ein typisch türkisches Restaurant - nach Anfrage bei den Türstehern anderer Restaurants – und Günter kann noch einmal seine Bohnen bekommen. Für die Kuru Fasulye wird uns ein türkisches Restaurant empfohlen. Auch mir hat des Essen geschmeckt. Wir sehen allerdings, daß auch in Antalya eine gewisse Unruhe eingezogen ist. Verkehr, die Leute haben es alle eilig, überall   Banken, die Stadt zählt eine reichliche Million Einwohner. Die Passanten laufen auch bei Rot geballt über die Straße, in der Menge tut es  ja auch nicht weh. Man hat Figuren aufgestellt  - alte Römer mit Bezug auf die Stadt heute. Ist ganz originell. Moderne Geschäfte. Günter versucht es noch einmal mit Apotheken. Bei ihm zeigt  sich auch ein leichter Schnupfen.

Die Suche nach dem Hotel La Paloma im Gewirr der Altstadt ist immer etwas schwierig. Vor allem am Abend.

Lykische Küste 139

Dienstag, d.5.11.13

Es ist der letzte volle Tag in Antalya. Wir bummeln heute in die andere  Richtung - bis hinter zum Park, in die Nähe des Wasserfalles. Ich halte Ausschau nach einer Zeitung, Günter kauft Socken. Der Mann will wissen, ob wir zu den Deutschen gehören, die hier überwintern.

Am Abend dann ein Essen in einem Restaurant, das mit alten Videos und der entsprechenden Musik vergangener Jahrzehnte wirbt. Sie haben einen Heizpilz angeworfen, es ist dann doch schon recht kühl am Abend.

Lykische Küste 140

Mittwoch, d. 6.11.13

Man hatte  uns ein Lunchpaket versprochen, was uns bei dem zu erwartenden Versorgungsangebot der Sunexpress-Fluglinie ganz vernünftig erschien, jetzt aber können wir vom kalten Büffet essen - ganz auf die Schnelle. Der Verantwortliche für den Tee war allerdings nicht vor Ort. Nun ja…wir waren ein paar Minuten zu früh dran.

Die Fahrt zum Flughafen ist gut zu schaffen, wichtig war die Möglichkeit zum Tanken. Hier war es am Flughafen wesentlich leichter als in Madrid, die Rent-a Car Agenturen zu finden. Die Übergabe verläuft problemlos.

Das übliche Warten auf den den Flieger. Die Plätze auf der 2. Reihe  waren ja nicht schlecht, der Sandwich nahezu ungenießbar. Auch hier wurde gepusht beim Einsteigen. Man muß es eben auch mal wieder so erleben.

Es war eine wunderschöne Tour - zurück an die alten vertrauten Stätten.