1755 km durch die Türkei - von Antalya - Egridir - Denizli - Aphrodisia - Marmaris - Göcek - Kalkan - Kas - Ugacizc - Kemer - Antalya.

In der Nähe von Kaunos am Köycegiz See

Reisebericht

Zeitiger Flug nach Antalya . Wir suchen verzweifelt nach dem Autovermieter – werden von einem zum anderen und am Schluss noch mal durch die Sicherheitskontrolle geschickt, wo wir dann, von drinnen kommend, den entsprechenden Vertreter von Almira entdecken.

Es geht in Richtung Egidir (Isparta),  einer kleinen Stadt am Fuße des Davraz Dagi. Günter hatte getankt, sich nach der Anzeige gerichtet und nachdem wir unterwegs eine kurze Rast an einem der Seen gemacht hatte, war die Anzeige fast auf “Leer”. Verdacht auf Bezinklau kam auf, konnte aber später durch Nachtanken und Nachrechnen beseitig werden.

25. Mai : An einem Felsen, unterhalb dessen eine Kaserne steht, der Spruch „Önce Vatan“ – das Vaterland zuerst.Weiter geht es durch Isparta, wo wir 2 Schildkröten vor der Tankstelle treffen. Die Karten, die wir haben, sind veraltet, wir fragen einen Taxifahrer nach dem Weg in Richtung Denizli, der sperrt gleich die halbe Straße ab, um in die richtige Richtung zu bekommen.

Ausschilderung: Auf den Fernstraßen wird darauf hingewiesen, in den Ortschaften weniger. Da sitzen wir auch mal fest, da wir nicht wussten, dass es wegen Bauarbeiten nicht weitergehen konnte.

Wir fahren landschaftlich reizvolle Strecken, kommen an Obstplantagen vorbei, die nicht ganz zuzuordnen sind und erst daheim kann ich den Hinweis“heyelan bölgesi“ als  „erdrutschgefährdetes Gebiet“ identifizieren. Kommen wieder an einen See, Solda Gölü, Restaurant mit Fassungsvermögen für 10 Touristenbusse. Am See liegen Meerschaumsteine, es sah erst aus wie Salz.

Unser Fernziel für heute ist Pamukkale, wo Günter schon vor 32 Jahren einmal war. Die Gegend hat erwartungsgemäß einige Veränderungen erlitten. Den Sinterterrassen sind die natürlichen Quellen abhanden gekommen – Umschreibung für die Wasserableitung an etwa ein halbes hundert neu erstandener Pensionen und Hotels in den letzten 30 Jahren. Etwa 90% der Sinterterrassen liegen inzwischen trocken. Es gibt zwar einen Flutungsplan für die mehreren hundert noch vorhandenen – teilweise beschädigten - Terrassenbecken, wo genau festgelegt ist, wann welche Terrassengruppe etwas Wasser bekommt. Von den bei unserem Besuch gefluteten etwa 15 Einzelterrassen waren 3 zum Betreten für ein Foto freigegeben. Oberhalb der Terrassen ein Riesen-Souvenier-Shop mit Badebecken. Bei diesem Becken handelt es sich - wie dem alten Apa Guides zu entnehmen ist, um das Schwimmbecken des alten Pamukkale Motels, wo das ganze Jahr über Badegäste über den umgestürzten Säulen  und Marmorblöcken der ehemaligen Hauptstadt von Hierapolis schwimmen. 

Günter kann sich noch an die Zeit erinnern, da dort nur das kleine Motel stand, die Einheimischen bei römischen Überresten im alten Gemäuer etwas abseits badeten. das gibt es alles nicht mehr. Wo damals nur gelegentlich sich ein Tourist hin verirrte (da gab es immer ein freies Zimmer – rollen heute in der Nebensaison 30 – 40 und in der Hauptsaison 60-80 Reisebusse an. Die einem überall auf Plakaten und Prospekten entgegen leuchtenden Fotos der Sinterterrassen von Pammukale sind sehr alt

Ein Hinweis zeigt, dass in Pamukkale auch Gleitschirmflieger zugange sind. Wir gingen noch einmal durch die antike Römerstadt Hierapolis. Eine türkische Familie machte uns aufmerksam auf eine bemerkenswerte Ameisenstraße zwischen den Anlagen.

Pamukkale ist keine Reise mehr wert

Pamukkale - Hierapolis

Mamaris mit Besuch der Marina, Essengehen halb türkisch, halb italienisch...

Wir vor einem Keramikgeschäft. Der Inhaber fragt nach der Herkunftsstadt auf deutsch und meint dann nach drinnen gewandt, dass hier draussen auch eine nette Münchener Familie wäre, was uns aber – draussen und drinnen - wenig berührte. Dann gehen wir in den Laden ...und treffen Bekannte aufeinander.

Anschliessend bei einem Glas Wein noch zusammengesessen, wo Jutta erzählt, wie man sie betrügen wollte, als sie spät am Abend noch etwas essen wollten (der Transport von Dalaman hatte sich so verzögert, dass alles schon zu war. Die netten Kellner, die sich so um die beiden bemühten, hatten dann auf der Abrechnung den abzubuchenden Betrag um eine Kommastelle vergrössert. Zum Glück hatte es Sara, die clevere Tochter, noch rechtzeitig entdeckt.

Aphrodisia

Weiterfahrt nach Kaunos über Köyecegiz am gleichnamigen See – fahren durch stille Dörfer mit Zitrusfrüchten und Orleander an der Strasse, duftet wir in Korsika- der Weg nach Kaunos ist zusätzlich noch mit Orleander bepflanzt.

Kaunos war einst ein betriebsamer Hafen, erlebte seinen Niedergang mit der Versandung des Hafens durch den Fluss. Im Amphitheater deklamiert ein Engländer vermutlich Shakespeare, Amerikaner werden es kaum gewesen sein, die da unterwegs waren. Statt des Autos kann man auch einen tractor dolmus nehmen, der vom Ufer losfährt, nachdem die Leute mit dem Schiff gekommen sind.

Kaunos

28. Mai : Von Göcek ist es wirklich nicht weit nach Fethiye. Zum Glück bleiben auch hier die überall beschriebenen Touristenmengen noch aus, obwohl in fast jedem Hotel gesagt wird, dass wir gerade mal so in eine Lücke gekommen sind, weil gestern alles belegt oder morgen wieder alles belegt sein wird.

Günter sucht ein schönes Hotel fast am Ende der Promenade aus, ein wunderschöner lilablau blühender Baum stand schon vor 3 Jahren davor. (Hotel Doruk). Wir haben einen hübschen kleinen Balkon, schauen auf den leeren Pool unter uns- es ist alles in allem noch zu kalt im Wasser- und können in Ruhe Wäsche waschen.

Wir gehen erst bei Julia vorbei, deren Büro jetzt recht günstig in der Marina liegt und machen uns dann auf den Weg in Richtung Felsengräber, um rauszufinden, ob die türkische Familie vom letzten Jahr noch immer da ist und Getränke verkauft und sonst nichts tut. Sie ist noch da, sie haben ein paar Tische  stehen, wir trinken Bier und Ayran und schauen auf die Dorfstraße. Es kommt ein spärliches Gespräch zugange, später kommt noch ein junges Mädchen dazu, mit Tuch- entweder wegen Günter oder der Lockenwickler drunter. Vor drei Jahren trug sie die nämlich noch ohne. Der junge Mann hatte wohl damals schon umwickelte Beine, er ist aber hin und wieder wohl in Augsburg, um dort noch Geld zu verdienen. Sie vermieten  auch, es ist sicher sehr gemütlich und fast türkisch, die Eintragungen im Gästebuch beweisen es. Dies dürfte aber auf keinen Fall ein türkischer Brauch sein...

Vor her am Bücherstand gewesen , jetzt hat er schon einen Koran in Russisch im Angebot auf einen deutsch-arabisch, wobei das Arabische allerdings sehr klein geschrieben ist. Allerdings, der junge Verkäufer kam sofort angesaust und als aus dem Geschäft nichts wurde, lud man mich wenigstens zum Setzen ein- auf russisch.

Abends auf der Promenade , Silberschmuck gekauft, Bücher angeschaut. “Mein Kampf” - in Taschenbuchformat. Und die ewige Anmache von den Anbietern von allen möglichen Touren usw.

29. Mai:  In der Früh noch einmal Julia besucht und uns verabschiedet, Wir sind danach – einem Tip von Julia folgend – in Richtung Öludeniz aufgebrochen, um das Geisterdorf Kayaköy zu besichtigen.

Der Weg nach Ölüdeniz macht Probleme, wir fragen im Club Letoonia, einer geschlossenen Anlage – dort immerhin sagt man uns, dass wir zurück in die Stadt müssen, um von dort ganz einfach in die richtige Richtung zu geraten. Wir nehmen zwei Anhalter mit, die nach Fethiye wollen – allerdings vorzeitig wieder aussteigen müssen, da Günter jetzt den Weg zum Hillside Hotel nimmt, der allerdings auch nicht in die richtige Richtung führt, dafür vorerst landschaftlich sehr schön ist und einen Blick oder mehrere auf die Bucht und die Schiffe drin freigibt. Wir kehren dann doch wieder um und werden an der „Kreuzung“ angesprochen von dem Fahrer eines Kleinbusses, der auch den Abzweig nach Ölüdeniz sucht. In die Stadt zurückgekehrt findet sich dann recht leicht ein Hinweisschild.

Kaya Köy ist in der Tat interessant, es sind noch andere  außer uns da.Das griechische Dorf war einst eine der bevölkerungsreichsten Orte der Gegend und erst am Ende des griechisch-türkischen Krieges von 1919 bis 1922 verließen die Griechen beim dem Bevölkerungsaustausch den Ort. Heute ist die Stadt eine Geisterstadt, es stehen noch Hunderte von Häusern, deren Dächer bei Erdbeben eingestürzt sind. Zwei Kirchen sind noch erhalten. Interessant die Nische in der Kirche, in der schon begrabene Knochen, in Wein gewaschen, aufbewahrt wurden, um neuen Toten Platz zum machen. Ein paar Häuser scheinen wieder leicht bewohnt zu sein – vermutlich von Aussteigern oder Künstlern. Blumentöpfe und Hühner wirkten belebend.

Dann ging es nach Ölüdeniz – wir geraten in einen entsetzlichen Rummel, Gaststätten, Hotels, bezahlte Strände, Einkaufsstraßen....Auf dem eigentlich wunderschönen Weg nach Ölüdeniz (Pinienwald) kommt uns eine Gruppe auf Buggies entgegen – ein Zeichen dafür, dass wir auf der richtigen Fährte sind.

Wir fahren zur Genviler Adasi- der Aussicht wegen – werden aber gebremst in unserem Tatendrang durch Schranke und Kassenhäuschen. Eigentlich wollte G. nur zu einem bescheidenen Restaurant – parking ist auch frei, wie zu lesen ist, aber eine Gebühr muß dennoch gezahlt werden - und zwar pro Person. Der am Häuschen meinte, die Dinge wären getrennt zu betrachten.  Nun ja...

Am Abend noch mal am Hafen entlang, kaum Touris unterwegs. Vorher im Hotel reichlich gegessen, waren auch da die Einzigen.

30. Mai:   Vor Kalkan beginnt ein Irrfahrt auf der Suche nach Leeton. Die Richtung ist eigentlich klar, nur die infrage kommende Strasse ist wegen Bauarbeiten gesperrt. Wir fahren durch Tomatenplantagen, dh. heisst vorbei an Treibhäusern jeder Menge, frage da, fragen dort, ein Frau antwortet gleich gar nicht, vielleicht hat sie Angst vor Fremden oder ist taub – jeder zeigt in die Richtung, die uns auch vorschwebt, letztendlich aber führt uns auch der freundliche junge Mann mit dem Rad zurück zum Ausgangspunkt. Dort treffen wir auf den Fahrer eines Kleinbusses bzw. es sagt uns einer der Befragten, wir sollten dem Bus hinterherfahren. Was wir dann auch tun, er kommt an, fährt aber auch ein bisschen umständliche. Es staubt wahnsinnig, es ist heiss und das Auto wird immer schmutziger.Wir haben uns in die Anlage so reingeschmuggelt, müssen Eintritt noch nachzahlen. Es war nicht ganz so sehenswert gewesen für uns. Dann geht es noch nach PataraPatara soll einen der besten Strände der Türkei haben, also Sandstrand. Patara gilt als die Geburtstätte des Heiligen Nicolaus, war einst ein großer Handelshafen, ist aber heute von Sanddünen überdeckt und wartet noch auf systematische Ausgrabung.

Zu den Verkehrschildern wäre zu sagen, sie lassen sie einfach stehen, auch wenn sie keine echte Bedeutung mehr haben z.B. bei Bahnübergängen oder ähnlichem.In Kalkan angekommen entscheiden wir uns diesmal für das Hotel Pirat anstelle des Hotel Sinbad. Wir finden im obersten Stock ein wunderschönes Appartment mit Balkon, können wieder etwas wegwaschen und betrachten nach einem kurzem Mittagessen am Pool  wie übliche die Hafenmanöver, die doch einen gewissen Unterhaltungswert haben. An den Hafenmeister kann ich mich noch erinnern, die Mole ist wieder hergestellt. Vor drei Jahren war sie ja noch stark beschädigt. Es ist auch der Hafenhund noch da. Am Abend am sehr preiswerten Abendbuffet teilgenommen.  Die Stimmung sehr ruhig, sehr zivilisiert, vermutlich Engländer, Deutsche, Franzosen, Holländer-es war recht stimmungsvoll.

Kalkan

1. Juni:  Weiterfahrt nach Kas – ist ja nur eine kurze Strecke, die wir da zurücklegen müssen. Suchen in der Nähe unserer  ehemaligen Unterkunft ein Zimmer – die Vermieterin ist im Garten unten, kommt ziemlich eilig da her – auf mein - yavas yavas – meint sie „Yes, Madam“. Das Übliche halt – aber später sagt sie mir dann schon, wie es richtig heißt, wenn man sagen will, dass der Tee zu stark ist – cok demlidir - und das – biraz acik – was uns Julia gesagt hatte, kam auch an.

Sie hat die beiden Betten mit Blüten belegt, es sieht sehr einladend aus und lässt vergessen, dass die Toilette eine Art Gummistrick  zum Ziehen hat. Mit dem Duschen ist es auch nicht ganz einfach, aber wir  haben einen kleinen Balkon und Platz für unsere Sachen. Das ist das Wichtigste. In der Nacht geht zwar auch das Bettuch kaputt, aber es war auch wirklich schon ziemlich verschlissen.

Der Ort hat sich im Zentrum verändert, die kleinen Händler gibt es nicht mehr, mit Müh und Not finden wir einen Simit-Händler, dh.eine Bäckerei. Ich kaufe dann noch in einem kleinen Geschäft mit Stories von Hodscha N.- die Chefin meint, ich hätte eine Istanbuler Aussprache- später erfahre ich, dass damit das Abgeschliffene, Zusammengezogene in der Sprache gemeint wird. Nun ja....

Man hat unwahrscheinlich viel gebaut ausserhalb des eigentlichen Ortes, wir schauen uns am Abend das Gebiet an , das sich Kücük calik nennt. Viel öffentlicher Strand ist nicht mehr geblieben, alles wurde den Hotels zugeteilt und dementsprechend auch vermarktet.

Die Polizei geht hier übrigens genauso gegen Parksünder vor, wie wir es später in Antalya gesehen haben. Sie rufen die Leute auf, meist sind sie ja auch in der Nähe nur zugange. Wir sahen auch, wie die Polizei Strafzettel verteilte, der so Verurteilte dem Polizisten dann aber hinterher fuhr. Wie das Ganze endete – wir haben es nicht verfolgt.

Wir machen uns auf den Weg nach Kekova – zu Hassan. Öfter mal Stau, verursacht durch Schafherden grösseren Umfanges. Günter sucht eine Bucht und fährt in eine Steinwüste. Mitten in den Steinen sitzt ein Hirte und begrüßt uns mit dem üblichen  Hos geldiniz. Wirkt schon etwas seltsam.. Auch das Gebiet ist ausgrabungsmäßig noch nicht erschlossen, was zwei junge Frauen allerdings nicht davon abhält, in der Hitze zwischen den Trümmern zu wandern. Vielleicht sind sie ja vom Fach.  Wir treffen Hassan draußen auf dem Steg.

 Wir sind an dem Tag nicht die einzige Stammkundschaft., die eintrifft. Ich esse erst einmal ein bisschen Köfte, dann wandern wir durch eine leicht veränderte Landschaft. Häuser waren abgetragen worden, für Touris ein Art Wanderweg hergestellt und sogar beschildert worden.

Wir finden für einen Tag eine preiswerte Unterkunft im Haus Ekin, das wir uns vor 3 Jahren schon mal angeschaut hatten und das damals im Umbau war. An das Zitronenbäumchen kann ich mich noch erinnern, wir beobachtet einen Farbwechsel in der Blüte einer dunkellila Blume, es duftet in dem Gärtchen.

3. Juni: Heiß ist es schon in der Früh. Heute geht es nach Kemer. Die Straße führt ziemlich nah am Abgrund entlang, wir kreuzen den Lykischen Wanderweg- sie haben ihn schön aufbereitet.

In Finike macht machen wir halt und wir schauen uns  die Marina an.  Einer türkischen Zeitung ist zu entnehmen, dass nun auch die Holländer gegen die EU-Verfassung gestimmt haben.

Wir fahren mehr aus Versehen zu zeitig nach rechts ab- geraten in eine Ferienanlage - ein Hotel am anderen, Geschäfte wie daheim – deutsche Werbung, nun ja...Bei der Einfahrt in die Stadt Hinweis auf eine russische Schule. Nun ja, die Hotels am Strand scheinen mehr oder weniger in russischer Hand zu sein. Wir laufen dann an der Promenade entlang bis hin zum Folklore Dorf. Dort hatten wir vor drei Jahren mal ganz leckere Kräuteromletts gegessen, jetzt haben sie sich auf entsetzlich laute Popmusik eingestellt – da macht es dann doch keinen Spass mehr.Auch in der Stadt ist überall russisch zu hören – es sind richtige Nester dort.

Vorher haben wir uns ein Quartier gesucht, mehr so  schräg gegenüber der Anlage, in der wir vor drei Jahren mal ganz nett untergebracht waren. Die Kommunikation war nicht ganz einfach, der Typ konnte sich überhaupt nicht verständlich machen. In der Früh dann aber trat ein anderer sehr netter Türke auf den Plan, der von gestern war zum Brotholen degradiert worden. Ich musste  ja irgendwie klar machen, dass wir unsere Pläne geändert hatten und nun gleich weiterfahren wollten.

Beim Suchen nach einem Zimmer trafen wir wie vor Jahren wieder auf einen Jungen, der uns eine türkische Fahne in die Hand drückte, uns dafür was zeigen und Geld haben wollte, sie dann wieder nahm , als wir nicht wollten.

Zu Abend gegessen haben wir dann in einer Großgaststätte, die ausgezeichnet geführt  wurde und türkische Essen anbot.

5. Juni :  Die Nacht war entsetzlich laut- in der Nähe liegt eine Disco. Wir trafen die Wirtsleute in der Früh auch recht unausgeschlafen an. Weisen darauf hin, dass unser Verbleiben in der Pension von der kommenden Nacht abhängt.

Heute fahren wir nach Aspendos, entdecken auf dem Weg dahin einen Wegweiser nach Belek, fahren zu zeitig ab und gelangen in eine Touristenstadt, nur aus Hotelanlagen bestehend mit Geschäften aller Art.

In Aspendos besichtigen wir Stadion und Theater, es sind kaum Touristen vor Ort, es ist auch schon ziemlich heiß. Das Amphitheater soll das großartigste Theater der Antike sein. Es wird auch heut noch für Aufführungen genutzt. Hinter dem Theater beeindrucken vor allem Aquädukte, über die das Wasser aus den Bergen des Nordens in die Stadt befördert wurde.

An einem der Tore, die ins Dorf führen, wurde unter anderem Orangensaft angeboten, gepresst in einer kleinen Presse, die wir uns später auch besorgen, die allerdings für unsere Orangengröße daheim nicht so die richtige war. Auf dem Weg ins Dorf stießen wir auf eine Bäuerin, die sich mit Orangen fotografieren lassen wollte – gegen Geld. Wie die jungen Mädchen auf dem Kamelmarkt in Indien.

Wir fahren weiter in Richtung Selge, ein Stück durch den Nationalpark. Die Landschaft ist schön, recht friedlich, hin und wieder gibt es Granatapfelplantagen.

Auf dem Rückweg machen wir halt vor einer Gaststätte, die mit Herzlich Willkommen wirbt und unverschämt teuer ist.

Wir fahren an Aspendos vorbei, Günter überprüft eine Anlage, hinter der er eine Radaranlage vermutete und die sich als Sicherungskasten für Bewässerungsanlagen entpuppte. Wäre auch ein bisschen unlogisch gewesen, da eine Radaranlage zu installieren.

Wir entschließen uns zur Weiterfahrt nach Termessos, obwohl es jetzt schon spät am Nachmittag ist. So sind auch nicht mehr sehr viel Leute auf dem Gelände, das in einem Nationalpark liegt und sehr viel zu bieten hat. Vom Theater aus hat man einen sagenhaften Blick bis ins Tal, nach Antalya und zum Mittelmeer.

Unten am Parkplatz dann spricht uns eine Frau auf das Kennzeichen des Mietwagens an. Sie hatte einst in Darmstadt gearbeitet und sprach recht gut deutsch, sie meinte, sie wäre schon oft hier gewesen und dabei auch „mehrmals hingefallen“.

Aufpassen muß man mit dem Wechselgeld bei Leuten, die mit Touristen zu tun haben, bei denen man den Einlass bezahlt - die Türken haben jetzt auch Hartgeld, da wird schnell mit Lira statt mit Euro gerechnet.

Es war ein schöner, ein interessanter Tag gewesen, jetzt haben wir unser Kulturprogramm abgearbeitet.

Aspendos

Termessos

6. Juni :  Heute Nacht - die Nacht war nicht mehr ganz so laut – hat Günter den Floh entdeckt, der ihn am Anfang der Reise mal gestochen hatte? Immerhin...

Wir gehen in der Stadt spazieren, sehen außergewöhnlich viele noch junge Männer einfach so dasitzen oder spielen - in der Türkei können die Männer recht zeitig in Rente gehen.

Überall sieht man Verbotsschilder – die Leute scheinen sich auch danach zu richten.

Wir schauen uns eine sehr nette Ausstellung in einem kleinen, in der Altstadt gelegenen Museum an, sprechen dann noch mit einer Angestellten eines ebenfalls in der  Altstadt gelegenen Hotels über den nächtlichen Lärm. Sie meinte, sie hätten einfach die Disko, die sie störte, aufgekauft.

Am Nachmittag haben wir dann endlich in dem Restaurant gegessen, das unser Pension am nächsten liegt und dessen Chef uns wie alle anderen auch ununterbrochen angesprochen hatte. Das Essen war gut, der Preis aber eine Unverschämtheit. Da hat dann der Schnaps als Geschenk des Hauses auch nicht geholfen.

Wir warten auf den Vertreter der Agentur, das Auto kann dann problemlos übergeben werden. Anschließend eilen wir in die Stadt, um die preisgesenkte Saftpresse zu erwerben. Sie verabschieden uns mit einem Hayırlı olsun. Nun ja.... siehe weiter oben.

7. Juni :  Heute haben wir ein Ziel. Das Gerät gegen Mücken kaufen, was wir vom Hausherrn bekamen und mit Erfolg einsetzen konnten.

Wir eilen ins Warenhaus- das Haus der Saftpressen - da gibt es das Teil nicht. Dafür wird uns  ein Begleiter mitgegeben, der in einem für die Türkei untypischen Tempo mit uns die Strassen lang läuft. Immerhin bekommen wir in einem Laden der Tausend Dinge gewissermaßen schon mal das Gerät, aber ohne die Flüssigkeit. In einer Drogerie erhalten wir die Wegbeschreibung zu einer Apotheke - und dort hätte man von Anfang an alles bekommen können.  Nun ja,  immerhin hatte ich mir gemerkt, dass wir auf unserem Eilmarsch an einem  Buchgeschäft vorbeigekommen waren. Dort habe ich mir dann wenigstens zwei Bücher kaufen können, dt- tk-. Die Texte sind entsetzlich blöd, aber man kein ein bisschen damit lernen.  In einem anderen Geschäft in Antalya gab es nur Religiöses.

Durchaus interessant war die Straßenüberquerung mit dem türkischen Verkäufer, der uns ein Stück begleitete. Wenn das erste Grün seinen Dienst getan hat, setzt sich die Menge in Bewegung – die Schaltung ist unterschiedlich, oft rennt während der 22 Sec für Grün das grüne Männlein, oft werden nur die noch verbleibenden Sekunden angezeigt. Gefährlich ist es allemal für den Fußgänger, da die Autos auch nicht sofort stehen bleiben.

Gegen Abend dann droht neues Übel - vom zentralen Platz oberhalb des Hafens herkommend. Kriegsschiffe haben angelegt, eine Orchester ausgespuckt und das musiziert jetzt - intensiv, später dann dürfen wir feststellen, dass sie immerhin um 23 Uhr damit wieder aufhören. Wir laufen noch ein Stück die Strasse oberhalb des Parkes entlang und sehen, wie Polizei falsch parkende Autofahrer ausruft. So bekommen sie die Strasse schon geräumt.

Allerdings gibt es die bei uns geläufige Methode der Strafzettel auch - wir erlebten sie an der Küste.

Heute haben wir noch einmal in dem türkischen Großrestaurant gegessen, Es ist wirklich weiter zu empfehlen.

 

 

 

Kosten der Rundreise etwa: Flüge 286 € Auto 472 € Ausgaben im Land – 180 Euro fürs Tanken, 16 € fürs Flughafentaxi, 197 € fürs Essen, 315 € fürs Übernachten, 100 € fürs Sonstiges – kleine Geschenke, eine Schale, Mückenabwehrmittel, eine Saftpresse, Eintrittskarten für die Museen, Bücher (tk). Ergibt insgesamt etwa 990 Euro – Umrechnung – TK Lire durch 3 mal 2 minus 10 Prozent....Gesamtkosten für 15 Tage 1.789 € für zwei Personen

4. Juni : Heute nun geht es nach Antalya, wo wir dann bis zum Abflug bleiben und unser Auto wieder abgeben werden.

Günter hat aus dem Reiseführer eine Pension rausgesucht, aber die ist wohl noch geschlossen. Wir suchten eigentlich  eine Unterkunft mit Blick aufs Meer, blieben dann aber an einem anderen Haus hängen, in dem wir ein wirklich nett eingerichtetes Zimmer beziehen konnten. Es lag mitten in der Altstadt und war am Tage auch wirklich recht ruhig. Es kamen zwar jede Menge Touris durch, die schmale Strasse vorm Haus war aber für den Autoverkehr gesperrt. Äusserst zuvorkommende Shop Besitzer wiesen uns übrigens vor der Hotelsuche sehr bereitwillig einen Parkplatz an einer der in die Altstadt führenden Strassen zu - schon mit Hinweis auf ihr Warenangebot. Als wir dann recht spät und auch ein bisschen erschöpft zurückkamen, wollte einer eine Parkplatzgebühr. Nun ja...

26. Mai: Aufbruch nach Aphrodisia. Als erstes  Fragen an Tankstelle nach dem Weg, da die Karte nicht ausreichend informiert. Günter kennt es von früher, vieles ist dazugekommen, das kleine Museum ist sehr schön gestaltet, die antiken Ruinen sind freigelegt und beeindruckend  präsentiert.

 

Wieder wechselndes Wetter, mal Sonne, mal Wolkenbruch auf dem Weg nach Marmaris. Vorher essen wir in einer türkischen Gaststätte, wo am Schluß die Hände noch mit Kölnisch Wasser beträufelt werden. Über dem Herd steht der Spruch “Im Namen Allahs....“ ohne Punkt und Komma – auf Türkisch natürlich.  Fahren noch mal eine gebirgige Strecke – Günter findet seine Nostalgieallee – sehr alte Platanenallee  – vor Mugla. Die Platanenallee gibt es noch – wunderschöne Bäume. Die neue Straße geht 10m parallel zur aleten Allee. Wir sind sie gleich 2 x gefahren.

Ziel des Tages ist das Seengebiet von Egirdir Gölü. 1955 wurden die beiden vorgelagerten Inseln durch einen Damm mit dem Festland verbunden, seit den 80er Jahren führt eine Straße zu den kleinen und einladenden Pensionen auf die entstandene Halbinsel. Finden eine nette Unterkunft in der Pensyion Gül, auf deren reichliches Frühstück wir von jungen Engländern vorbereitet werden, die in Kapadokien gewesen waren. Das Abendessen wird eingenommen bei Rasidin Yeri, er soll der Beste sein im Ort, vermutlich ist er aber der, der noch türkisch kocht. Dort schon fällt auf, dass man immer noch oder wieder Kopftuch trägt. Ziel des Tages ist das Seengebiet von Egirdir Gölü. 1955 wurden die beiden vorgelagerten Inseln durch einen Damm mit dem Festland verbunden, seit den 80er Jahren führt eine Straße zu den kleinen und einladenden Pensionen auf die entstandene Halbinsel.

Finden eine nette Unterkunft in der Pensyion Gül, auf deren reichliches Frühstück wir von jungen Engländern vorbereitet werden, die in Kapadokien gewesen waren.

Das Abendessen wird eingenommen bei Rasidin Yeri, er soll der Beste sein im Ort, vermutlich ist er aber der, der noch türkisch kocht. Dort schon fällt auf, dass man immer noch oder wieder Kopftuch trägt.

 

 

In Dalyan: Bevor wir uns eine Gözleme leisteten, sind wir erst noch zu den Felsengräbern geklettert, die wir einst nur vom Boot aus gesehen hatten - vor 20 Jahren.

 

 

 

In Göcek beziehen wir Quartier in einer netten, aber ziemlich teuren Anlage - sie nehmen uns dann noch beim Bier aus – und gehen abends dann dort essen, wo wir vor 3 Jahren schon zweimal gewesen waren –  bei „Ünlü“, dass wohl auch besser geworden zu sein scheint. Ich bekomme ein Gemüsegüvec, das vorzüglich schmeckt – das Personal ist noch aufrichtig nett, der Chef drückt uns zum Schluß die Hand, scheint aber erst aufzublühen, als ich im auf Türkisch erzähle, dass wir schon mal hier waren und dass jetzt alles ein bisschen besser noch geworden ist. Das Englische davor hat er vermutlich gar nicht verstanden.

Vorher hatten wir Julia kurz besucht und einen Treff für den nächsten Tag in Fethiye ausgemacht. Sie hatte schon die Bude voll- von anderen Bekannten.